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Alma Mater – Zeitschrift für interdisziplinäre Kulturforschungen 2026, Bd. 3(1) 123-132

Die Poetik des Transitorischen: (Trans)Migration in Terezia Moras Alle Tage und Magdalena Felixas Die Fremde

James Orao

S. 123 - 132   |  DOI: https://doi.org/10.29329/almamater.2026.1417.9

Veröffentlichungsdatum: Februar 23, 2026  |   Einzeln/Gesamtansichten: 0/0   |   Einzeln/Gesamtdownloads: 0/0


Zusammenfassung

Dieser Beitrag untersucht die Dynamik des postmodernen Staates, die sich im Transitorischen und unaufhaltsamen Wandel manifestiert und damit die traditionelle Wahrnehmung der menschlichen Existenz verändert. Die Vergänglichkeit transitorischer Zustände führt zur Auflösung, Bewegung und Durchlässigkeit von Räumen, in denen Individuen nur kurz verweilen. Diese Orte verlieren ihre ursprüngliche Funktion als feste Ziele und werden zu Zwischenstationen auf einer fortwährenden Reise. Die Ästhetik des Transitorischen zeigt sich insbesondere in den Widersprüchen zeitgenössischer Mobilität und Migration, die durch paradoxe Elemente wie Instabilität und Unaufhaltsamkeit geprägt sind. In der Migrationsliteratur wird das Transitorische nicht nur als Motiv, sondern als ästhetisches Paradigma reflektiert, das sich mit Instabilität und kontinuierlicher Bewegung beschäftigt. Der Beitrag geht weiterhin der Frage nach, wie die zeitgenössische Migrationsliteratur die Großstadt unter neuen Konstellationen darstellt und diese jenseits der herkömmlichen Bilder der Moderne reflektiert. Durch das Transitmotiv werden zwei Repräsentationen des großstädtischen Wandels beleuchtet: die Veränderung der postmodernen Stadt und die Wahrnehmung der Migranten als Durchgangsreisende. Die Lektüre des Transitmotivs zeigt die fehlende Verbundenheit des Subjekts mit den bereisten Orten, die oft als sterile und orientierungslose Räume erscheinen. Solche Orte sind für das Subjekt lediglich weitere Etappen seiner unaufhörlichen Bewegung und verkörpern sowohl Transitstationen als auch Orte des Transitorischen. Anhand der Werke Alle Tage von Terézia Mora und Die Fremde von Felix Magdalena werden die Darstellungsmöglichkeiten und Grenzen des Transitorischen untersucht.

Schlüsselwörter: (Trans)Migration, Transitmotiv, Identität, Poetik, Großstadt


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APA 7. Auflage
Orao, J. (2026). Die Poetik des Transitorischen: (Trans)Migration in Terezia Moras Alle Tage und Magdalena Felixas Die Fremde. Alma Mater – Zeitschrift für interdisziplinäre Kulturforschungen, 3(1), 123-132. https://doi.org/10.29329/almamater.2026.1417.9

Harvard
Orao, J. (2026). Die Poetik des Transitorischen: (Trans)Migration in Terezia Moras Alle Tage und Magdalena Felixas Die Fremde. Alma Mater – Zeitschrift für interdisziplinäre Kulturforschungen, 3(1), pp. 123-132.

Chicago 16. Auflage
Orao, James (2026). "Die Poetik des Transitorischen: (Trans)Migration in Terezia Moras Alle Tage und Magdalena Felixas Die Fremde". Alma Mater – Zeitschrift für interdisziplinäre Kulturforschungen 3 (1):123-132. https://doi.org/10.29329/almamater.2026.1417.9

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